7. Kapitel - Die Rückkehr; Jakes Zwiespalt

Jake hing seinen Gedanken nach, die sich überwiegend um Samara drehten und auch Tsu´tey war die Unzufriedenheit über den Ausgang des Beobachtungstrupps anzumerken. Sie kamen ihrem Dorf immer näher, als ihnen auffiel, das irgendetwas nicht stimmte.

Plötzlich hörte Jake eine Stimme neben sich: “Das Dorf! Es brennt! Unser Dorf brennt!!” Jake und Tsu´tey trauten ihren Augen nicht. Es stimmte: Sie sahen Rauchschwaden in die Luft steigen und das aus - noch - weiterer Entfernung. Tsu´tey und Jake gaben ihren Ikrans den Befehl, schneller zu fliegen und Neytiri schloss sich an. Die anderen folgten ihnen. Als sie schließlich am Dorf angekommen waren, wurde ihnen das ganze Ausmaß bewusst: Einige Hütten waren bereits vollständig ausgebrannt und qualmten nur noch; andere brannten noch.

Fassungslos lösten sich Jake, Tsu´tey, Neytiri und die anderen von ihren Ikrans und stürzten auf ihr Dorf zu - beziehungsweise das, was davon übrig geblieben war. Überall lagen Leichen. Alte, Kranke, die jüngeren Kinder - sie waren alle tot!

Jake fehlten die Worte. Seine Augen konnten sehen, was geschehen war, doch er begriff es nicht. Das konnte nicht wahr sein! Er und Neytiri liefen von Körper zu Körper und suchten nach Leben in ihnen, doch sie konnten nichts fühlen. Ihre Seelen waren bei Eywa…

Plötzlich gellte eine Stimme an sein Ohr: “DAS LAZARETT!!! DAS LAZARETT BRENNT!!!” Jake hörte ein Keuchen neben sich, das von Neytiri kam und er selbst begriff erst eine Sekunde zu spät, was das bedeutete - Samara!
Sein Herz setzte eine Sekunde lang aus; dann kam Leben in ihn. Ohne ein Wort hetzte er los und auch Neytiri sprang mehr als sie lief. Beide liefen, als ob der Teufel hinter ihnen her wäre - und dann sahen sie es auch: Das Lazarett schien lichterloh zu brennen; meterhohe Fackeln loderten gen Himmel und Jake brach in Angstschweiß aus. Er war nicht mehr fähig, zu denken…


Währenddessen liefen Tsu´tey und andere weiter im Dorf umher, auf der Suche nach Überlebenden und Familienangehörigen. Einige Verletzte hatten sie bereits gefunden und auch ein paar der kleineren Kinder waren aus ihren Verstecken hervor gekrochen. Völlig verängstigt und verstört. Die Krieger nahmen sich ihrer an und versorgten die Verletzten so gut es ihnen möglich war. Sie hatten bereits bemerkt, dass der Feind verschwunden war, und sie sich nicht auf einen Kampf einstellen mussten.

Tsu´tey hatte sich von den anderen gelöst und lief auf seine Hütte zu, denn natürlich machte auch er sich Sorgen um seine Familie. Er registrierte mit Erleichterung, dass diese glücklicherweise noch stand und nicht ausgebrannt war, doch dann sah er vor der Hütte eine Person am Boden liegen. Tsu´tey hielt im Laufen inne. Sein Herz schlug bis zum Hals als es langsam in seinem Gehirn ankam, WER dort lag. Langsam, einen Fuß vor den anderen setzend, lief er vorwärts, er schloss einmal kurz die Augen, doch das Bild änderte sich nicht. Schließlich lag sie direkt vor ihm: Seine Frau! Tsu´tey registrierte mit einem Blick, was ihr angetan worden war. Brüllend fiel er auf die Knie; das durfte nicht wahr sein! Nicht sie! Mit zitternden Händen nahm er ihren Kopf in seine Hände, er fühlte, dass noch etwas Restleben in ihr war. “Kay´liah..” flüsterte er heiser. Jeder, der den Krieger kannte, hätte sich über die Sanftheit in seiner Stimme gewundert, doch momentan war niemand bei ihm. Tsu´tey war alleine bei ihr und hielt seine sterbende Frau in seinen Armen. Er wusste, dass sie sterben würde, und dass es keine Hoffnung mehr für sie gab - auch Eywa würde sie nicht mehr retten können. Sie war entehrt worden; der Lebensbaum würde ihr keine Chance mehr geben - nicht in dieser Welt…
Doch er konnte sie nicht freigeben. Langsam zog er sie an sich und wiegte sie in seinen Armen. Er spürte ihren Atem, wie er langsam versiegte, und dann hörte er ihren Herzschlag nicht mehr. Kay´liah war tot. Tsu´tey stieß ein Gebrüll von sich, das den Boden unter ihm erzittern ließ. Seine Trauer war unbeschreiblich, und in den ersten Minuten hatte er alles um sich herum vergessen. Seine über alles geliebte Ehefrau war tot und die Art wie sie gestorben war, war nicht wieder gut zu machen. In Tsu´tey brodelte es.

Dann hörte er Stimmen neben sich; zuerst von weit her, doch langsam spürte er zudem, dass er leicht an der Schulter gerüttelt wurde. “Tsu´tey? Tsu´tey, bist du wieder bei dir? Es ist etwas schreckliches geschehen…” Derjenige, der gesprochen hatte, hielt inne, als er Tsu´teys Gesicht sah, der langsam zu ihm hinauf schaute. Dann erblickte er dessen Ehefrau, die schlaff in seinen Armen hing. Auch er konnte erkennen, was ihr angetan wurde. “Bei Eywa…” flüsterte er entgeistert und machte ein Glaubenszeichen. Tsu´tey biss die Zähne zusammen und stieß hervor: “Was kann schlimmer sein, als dies, dass du es wagst, mich aus meiner Trauer zu reißen??” Der Angesprochene schluckte schwer, bevor er fort fuhr: “Sie haben die Kinder! Einige der jüngeren Kinder haben sie getötet; aber alle Kinder ab 14 haben sie mitgenommen! Und die jungen Frauen…”

Tsu´tey starrte ihn an. Langsam kam das Gesagte bei ihm an und er ließ von seiner Frau ab. Sein Gesicht wurde fahl, als er an seine Tochter dachte. In der ganzen Trauer hatte er sie völlig verdrängt! Wie konnte ihm das passieren?? Bevor der Andere etwas erwidern konnte, war Tsu´tey in die Hütte gestürzt. Er brüllte Tanías Namen, dass die Wände wackelten, doch natürlich war sie nicht da. In Tsu´teys Hirn herrschte Leere. Alles, was ihn nun beherrschte, war die Sorge um seine Tochter. Er lief durch das ganze Dorf, schrie nach Tanía, doch es war hoffnungslos. Auch andere Omaticayas waren zu hören, die nach ihren verschwundenen Kindern suchten. Doch es war hoffnungslos. Schließlich mussten sie es sich eingestehen: Ihre Feinde hatten nicht nur ihr Dorf beinahe in Schutt und Asche gelegt und wild gemeuchelt, sondern auch ihre Frauen und die älteren Kinder entführt. Tsu´tey ballte die Fäuste. Sein Hass stieg ins Unermessliche, als er schließlich sagte: “Wir müssen Jake holen; ich will diese Hunde! Ich will sie leiden sehen! Wo sind Jake und Neytiri?” Er hatte nicht mitbekommen, dass das Lazarett in Flammen stand, nun sagte man es ihm. Tsu´teys Gesicht wurde erneut blass. Jetzt würde auch noch Jake seine Tochter verlieren; was hatten sie nur getan, dass Eywa ihnen so übel gesonnen war…


In der Zwischenzeit waren Jake und Neytiri am Lazarett angekommen und sahen mit etwas Erleichterung, dass nicht das Lazarett selbst brannte, sondern eine Art Gang, der aus Holzbrettern gebaut worden war, und auf das Lazarett zuging. Dieser brannte, allerdings würde es nicht mehr lange dauern, bis die Flammen das Lazarett erreicht hatten. Einige der Na´vi waren bereits dort und hatten Wasser aus einem nahe gelegenen Brunnen geschöpft um das Feuer zu löschen. Jake und Neytiri hielten sich nicht lange damit auf, sondern liefen zu dem Tor, das wie sie direkt erkannt hatten, von außen verriegelt worden war.

Jake schwitzte wie noch nie in seinem Leben. Er und Neytiri stießen den Hebel fort und öffneten die Tür - und ein unbeschreiblicher Qualm schoss ihnen entgegen. Die beiden mussten kurz zurück weichen, doch dann hielten sie sich die Arme vor den Mund und traten in den Raum ein. Sie begannen zu husten. Hier und da hörten sie ein Schluchzen und leises Keuchen, das darauf schließen ließ, dass noch jemand lebte. Doch sie stolperten auch über Leichen, die bereits am Boden lagen. Hinter den Beiden kamen noch mehr Omaticaya herbei, die sich um überlebende Medizinfrauen kümmerten, und diese aus dem verqualmten Raum brachten. Schließlich waren Jake und Neytiri bei dem Bett angelangt, auf dem Samara lag. Sie konnten sehen, dass sich eine der Medizinfrauen auf Samaras Körper gelegt hatte, wohl um sie vor dem eintretenden Rauch zu bewahren. Jake schluckte. Der Rauch brannte ihm bereits in der Nase und den Augen, doch das musste er ignorieren. Er bewegte die Medizinfrau etwas, doch er registrierte sofort, dass sie tot war. Jake schloss die Augen. Er hatte keine Zeit, ihren Tod zu betrauern, hier ging es um Samara!

So sehr es ihm auch leid tat, er musste sie von Samaras Körper herunter stoßen und als dieser frei war, griff er sich seine Tochter und flüchtete mit ihr ins Freie.

Neytiri war ihm gefolgt, und nun legte er Samara einige Meilen von der Hütte entfernt auf den Boden. Er hustete und auch Neytiri erging es nicht besser, dabei waren sie gerade einmal einige Sekunden in der völlig verqualmten Lazaretthütte gewesen… Jakes Herz machte Sprünge und er fühlte die Stöße bis zu seinem Hals, als er langsam an ihr herab sah. Er wusste es, noch bevor er Neytiris ersticktes Keuchen neben sich wahr nahm. Jake wollte es nicht wahr haben, dennoch sah er zu ihrem Brustkorb hinab. Er bewegte sich nicht mehr… Jake schloss die Augen. Es war nicht real! Das konnte nicht wahr sein! Langsam öffnete er die Augen wieder und führte seine Hand zu ihrem Hals. Er ahnte es bereits; doch die Realität zu spüren, war schlimmer, als alles, was er bis jetzt erlebt hatte: Er spürte nichts! Ihr Puls war nicht mehr vorhanden…

Sie war das, was man in seiner ehemaligen - menschlichen - Welt als “klinisch tot” bezeichnet hatte: Keine Atmung, kein Puls… Neytiris Stimme klang dumpf an seinem Ohr, als sie leise sprach: “Wir müssen sie zum Lebensbaum bringen, Jake; jetzt kann nur noch Eywa helfen”…
Jake schüttelte den Kopf. Nein, das würde zu lange dauern. Er wusste nicht, wie lange sie bereits in diesem Zustand lag; wenn dies schon länger der Fall war, würden auch Eywa und der Lebensbaum nichts mehr bewirken können, doch wenn es gerade erst geschehen war, zählte jede Sekunde! Jake wusste, dass es nicht in den Glaubensbereich der Na´vi gehörte, und dass diese es niemals gutheißen würden, was er nun zu tun gedachte, doch das interessierte ihn jetzt nicht. Er hatte schon einmal darüber nachgedacht, wie wohl die Bedingungen in seiner Welt ausgesehen hätten; als sie seine Kleine gefunden hatten und er sie in die Obhut der Medizinfrauen gegeben hatte. Er hatte es geschehen lassen, hatte sogar für ihr Seelenheil gebetet; doch Eywa war ihm nicht wohl gesonnen gewesen. Nun würde er etwas anderes ausprobieren: Es war ihre einzige Chance!

Jake ignorierte Neytiris Einwände; er schaltete jedes Geräusch um sich herum aus und legte seine Hände auf ihren Brustkorb. Es war, als wäre es gestern gewesen und nicht über 16 Jahre her, dass er sich in 1.-Hilfe-Maßnahmen geübt hatte. Er fand den Druckpunkt mit einem Male und begann mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Neytiri rief ihm etwas zu, doch er ignorierte sie. Plötzlich spürte er ihre Hände auf seinen Schultern, wohl in der Absicht, seinem Treiben Einhalt zu gebieten, doch er rüttelte sie rüde ab. Er würde sich nicht aufhalten lassen, denn dies war Samaras einzige Chance! Jake machte weiter. Er hatte langsam durchgezählt und nahm nun Samaras Gesicht in seine Hände - dann beatmete er sie. Jake sah, wie sich ihr Brustkorb hob und wieder senkte; glücklicherweise war ihre Luftröhre frei, und fuhr dann mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung fort. Er spürte, wie sich Neytiris Hände von seinen Schultern lösten, und bekam auch mit, dass sie sich einige Schritte von ihm entfernte. Er konnte sich denken, weshalb, doch das alles war ihm jetzt egal. Das einzige, was für ihn zählte, war Samaras Leben.

Jake wusste nicht, wie lange er schon dabei war, sie wieder zu beleben, und hatte die Hoffnung schon beinahe aufgegeben. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen, und eventuell hätte Eywa ihnen doch geholfen? Doch dann verwarf er den Gedanken wieder. Bis zum Lebensbaum war es viel zu weit und die Zeremonie, die angewandt wurde, um diesen dazu zu bringen, die Seele zurück in den Körper fahren zu lassen, hätte viel zu lange gedauert. Das wusste Jake einfach! Er machte weiter, auch, wenn es bereits mehrere Minuten dauerte und er sich selbst vermutlich bereits etwas vormachte. Doch er wollte nicht aufgeben. Er DURFTE seine über alles geliebte Samara nicht aufgeben!

Plötzlich vernahm er weitere Stimmen, die er allerdings nicht wirklich zuordnen konnte; sie hörten sich allerdings sehr aufgeregt - und wütend an. Doch auch darauf konnte er keine Rücksicht nehmen. Jake meinte, Neytiri etwas erwidern zu hören und er machte sich bereit, sich jedem seiner Leute entgegen zu stellen, der ihn davon abhalten wollte, das Leben seiner Tochter zu retten; doch es passierte nichts. Also machte er weiter.

Kurze Zeit, nachdem er sie - zum wievielten Male auch immer - beatmet hatte, und gerade zur x-ten Herz-Lungen-Wiederbelebung ansetzen wollte, hörte er plötzlich ein lang gezogenes Keuchgeräusch - und Samaras Körper hob sich vom Boden ab. Sie atmete! Und ihr Herz schlug wieder. Jake fiel erleichtert auf den Boden und hob seine Tochter hoch in seine Arme. Er weinte - doch dieses Mal vor Erleichterung.

Dann hörte er eine leise Stimme, die von weit her zu kommen schien. Er konnte es kaum verstehen, dennoch klang es wie Musik in seinen Ohren, denn es kam von Samara: “Wo… bin ich; was… ist… passiert…” Langsam setzte er sie herunter. Samara sah ihn aus roten Augen an und ihr Gesicht war blass. Doch sie lebte! Und was er noch erkennen konnte war, dass ihre Kopfverletzung aufgehört hatte zu bluten. So schnell er konnte, wusch er sich die Tränen aus dem Gesicht und strich Samara durch ihr Gesicht. “Schsch.. Alles ist gut. Alles in Ordnung, Kleines. Du wirst wieder ganz gesund! Ganz ruhig..” Dann küsste er Samaras Stirn. Diese hatte wieder die Augen geschlossen, doch an ihrer recht ruhigen und vor allem regelmäßigen Atmung konnte man erkennen, dass sie das Schlimmste überstanden hatte.

Jake nahm ein Räuspern hinter sich wahr und endlich drehte er sich um. Er bemerkte, dass Neytiri hinter ihm stand, und hinter ihm Tsu´tey und noch andere Krieger des Clans. Sie alle starrten ihn an. Irgendwie fühlte er sich wieder in die Zeit als Mensch zurück versetzt, als er noch fremd war und sie ihm nicht getraut hatten.
Jake schluckte. Er sah zu Neytiri, die ohne ein Wort an ihm vorbei ging und sich zu ihrer Tochter kniete. Auch sie nahm Samara in den Arm und küsste sie. Jake wusste, dass sie glücklich darüber war, dass sie überlebt hatte, und dies nun auch - endlich einmal - zum Ausdruck brachte, aber gleichzeitig fühlte er ihm gegenüber eine gewisse Abneigung. Was bitte war falsch daran, dass er ihr Leben gerettet hatte?? Doch im Grunde wusste er es: Er hatte sich erdreistet, sich gegen den Willen Eywas zu stellen; der Gottheit nicht einmal die Chance gegeben, die Entscheidung zu treffen; und was vermutlich noch schlimmer war: Er hatte zu menschlichen Mitteln gegriffen…

Jake wollte gerade dazu ansetzen, etwas zu seiner Verteidigung zu sagen, als ihm Tsu´tey ins Wort fiel. Erst jetzt fiel Jake auf, wie furchtbar der Krieger aussah und Jake ahnte, dass dies nicht nur von seinem Frevel, den er gerade begangen hatte, herrühren konnte. Was war geschehen? Dann hörte er Tsu´teys donnernde Stimme, sie klang schneidend wie Stahl: “Schweig, Jake-Sully! Darüber reden wir später! Wir brauchen dich jetzt: Unsere Feinde haben nicht nur das Dorf zerstört und unzählige unserer Freunde getötet; sie haben auch einige unserer Frauen und vor allem die Kinder mitgenommen! Alle Kinder ab 14 sind von ihnen entführt worden, jüngere teilweise getötet. Wir müssen sie befreien!”
Dann wurde seine Stimme leiser, als er noch hinzufügte: “Sie haben Tanía! Und sie haben Kay´liah getötet! Ich will sie, Jake-Sully! Und über das, was du da gerade getan hast, wird später entschieden. Jetzt ist zuerst die Zeit der Rache gekommen…” Dass seine Frau entehrt worden war, verschwieg er dabei.

Jake hatte ihn angestarrt, während er fassungslos zugehört hatte. Hatte er das richtig verstanden? Ihre Feinde hatten alle jüngeren Frauen und ältere Kinder entführt - darunter auch Tsu´teys Tochter - und sie hatten seine Frau getötet? Ihm wurde schlecht. Was waren das für Bastarde? Er nickte nur. Langsam sah er zu Neytiri herunter, die immer noch neben ihrer Tochter kniete und den Blick von ihm abwandte, als sich ihre Blicke einmal kurz trafen. Er konnte an ihm erkennen, was sie dachte, und es schmerzte ihn zutiefst. Doch jetzt war nicht die Zeit, sich damit auseinander zu setzen. Sie hatten etwas zu erledigen. Das Leben der Kinder und Frauen hing davon ab, und sie mussten schnellmöglich einen Weg finden, zu ihnen zu gelangen. Doch noch hatten sie keine Ahnung, wer diese Bastarde eigentlich waren, woher sie kamen und wie es ihnen gelungen war, einen dermaßen großen und vor allem grausamen Clan aufzubauen, der bereits mehrere Stämme überfallen hatte. Einschließlich ihrem. Jake ahnte, dass es nun schwieriger für ihn werden würde. Seine Stellung war gefährdet, nachdem, was er getan hatte. Doch noch schien es, als würde es halten, wenn auch sehr wackelig, denn Tsu´tey hielt zu ihm, jedenfalls noch. Der Krieger wusste, was er an Jake hatte und er ahnte, dass es ohne ihn nicht funktionieren würde…

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Christal, 31
Traumland